Pädagogische Führungen für Schülergruppen zur Ausstellung „TRANSIT – Bilder aus dem Exil“

Vom 8. Januar bis 8. Februar zeigt der Förderkreis Alter Leipziger Bahnhof in den Räumen des Zentralwerks e.V. die Ausstellung „TRANSIT – Bilder aus dem Exil“. Sie versammelt Werke der argentinisch-jüdischen Künstlerin Mónica Laura Weiss, die sich intensiv mit den Themen Verfolgung, Flucht und Exil einer Dresdner jüdischen Familie befassen.

Die Ausstellung ist vom 9. Januar bis 8. Februar 2026, jeweils Donnerstag – Samstag 16 bis 20 Uhr und Sonntag 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Wir laden interessierte Lehrer*innen und Schülergruppen herzlich ein, sich für spezifische Gruppenführungen anzumelden. Mónica Weiss zeigt in der Vielfalt ihrer künstlerischen Arbeiten auch das transgenerationale Traumata der Familie. In ihren Buchprojekten arbeitet die Künstlerin mit Texten deutscher Dichter*innen, welche ins Exil getrieben wurden. Diese Ausstellung lädt zum fächerübergreifenden Lernen ein – zum einen über die NS-Zeit, zum anderen auf emphatische Weise die Folgen von Ausgrenzung, Flucht und schließlich Exil zu verstehen.  Für Schülergruppen gibt es nach vorheriger Absprache die Möglichkeit, an allen Wochentagen ab 10 Uhr die Ausstellung zu besuchen

Die Ausstellung eignet sich besonders für selbstforschendes Lernen zu den Themen NS-Diktatur, Vertreibung, Flucht und Exil am Beispiel einer konkreten jüdischen Familie aus Dresden.

Interessierte können sich melden unter:
✉ info [at] alter-leipziger-bahnhof.net
🕻 +49 174 498 009 6
Ansprechpartner*innen: Gabriele & Alexander Atanassow

Zum Ausstellungshintergrund:

Verfolgung und Flucht begann nicht erst mit Ausbruch des Krieges, durch die deutsche Wehrmacht am 1. September 1939. Hass und Hetze, Ausgrenzung, Verfolgung und Stigmatisierung von vermeintlich Fremden und Andersdenkenden begann mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933.

Die argentinische Künstlerin Mónica Laura Weiss ist die Tochter, Nichte und Enkelin der Familie Reizes aus Dresden. Die Familie kam 1933 aus ihrem Urlaub in Marienbad nicht mehr nach Dresden zurück. Die Schwester des Vaters, Paula, hatte vor der Gestapo gewarnt, welche in der Firma von Rudolf Reizes nach „verbotener“ Korrespondenz und Devisen gesucht hatte. Damit begann die Fluchtodyssee der jüdischen Familie Reizes vor dem nationalsozialistischen Terrorregime über Österreich, Palästina nach Argentinien. Paula verheiratete Gutmann konnte die Familie ihres Bruders Rudolf vor der nationalsozialistischen Verfolgung warnen, sie selbst wurde aus Breslau nach Theresienstadt deportiert und hat die Shoa nicht überlebt. In ihren Werken verarbeitet die Künstlerin ihre familiären deutsch-jüdischen Wurzeln und die „langen Schatten der Vergangenheit“ wie sie es selbst nennt. Ihre Bilder spiegeln Motive der Verfolgung, Flucht, der verlorenen Heimat und der Erfahrungen einer Existenz im Spannungsfeld zweier Kulturen. Mit diesem vom Exil geprägtem Leben der Mutter aus Dresden kontrastiert die Tochter, die Künstlerin, Bilder ihrer eigenen Kindheit in Argentinien und verwendet dafür Dokumente aus dem überlieferten Familienfundus. In ihren gestalteten Buchobjekten befinden sich auf dem Hintergrund von Foto- und anderen Dokumenten sowohl kleine Objekte als auch Gedichte in deutscher Sprache verschiedener Autorinnen und Autoren, die ebenso ins Exil getrieben worden sind.


Mit freundlicher Unterstützung von:

In Kooperation mit: