Werkstattbericht zum Doc-Film-Projekt
"Das letzte Schiff" (AT)

mit den Dokumentarfilmern
Leopold Grün und Dirk Uhlig

26.03.2026, 19 Uhr
WIR-AG, Martin-Luther-Str. 21
01099 Dresden

Werkstattbericht zum Doc-Film-Projekt „Das letzte Schiff“ (AT)

Der Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e.V. lädt zur Präsentation der Rechercheergebnisse des Dokumentarfilmprojekts „Das letzte Schiff“ (AT) am 26. März 2026, 19:00 Uhr in der WIR-AG, Martin-Luther-Straße 21, 01099 Dresden von Leopold Grün und Dirk Uhlig ein.

Im Mittelpunkt steht die bewegende Geschichte von Wolfgang Grün – eine lange verborgene Familiengeschichte, die von Ausgrenzung im nationalsozialistischen Dresden, Verfolgung, Exil in Shanghai und den politischen Verwerfungen des Kalten Krieges erzählt.

Wolfgang Grün wird 1938 in Dresden wegen „Rassenschande“ verurteilt und zu 15 Monaten Zuchthaushaft gezwungen. 1939 gelingt ihm die Flucht mit einem der letzten Schiffe von Genua nach Shanghai. Seine Mutter Frida wird 1942 deportiert und in Auschwitz ermordet, seine Schwestern werden nach Riga und später ins KZ Stutthof verschleppt.

In Shanghai erlebt Grün das Exil unter japanischer Besatzung im Ghetto Hongkew. Nach dem Krieg gerät er zwischen die Fronten des Kalten Krieges, wird inhaftiert und schließlich 1953 nach Deutschland abgeschoben. In Hamburg kämpft er um Wiedergutmachung – und verliert zugleich den Kontakt zu seiner Dresdner Familie in der DDR.

Die bisherige Recherche förderte über 500 Seiten Aktenmaterial aus Staatsarchiven in Dresden, Zwickau und Hamburg zutage sowie zahlreiche Dokumente aus privaten Beständen. Die Präsentation gibt Einblick in diese Funde und in die filmische Annäherung an eine deutsch-jüdische Familiengeschichte des 20. Jahrhunderts.

Der Eintritt ist frei.