Renate Aris und André Lang für ihr Engagment geehrt

Renate Aris erhält Bundesverdienstkreuz

Unser Ehrenmitglied Renate Aris erhielt am 3. März 2026 für ihr Engagement als Zeitzeugin das Bundesverdienstkreuz. In der Begründung der Sächsischen Staatskanzlei heißt es, sie sei „Brückenbauerin und gefragte Ratgeberin in der gesellschaftspolitischen Jugendbildung“ und verleihe „der Mahnung ›Nie wieder ist jetzt‹ eine starke, persönliche Stimme“. Zudem widmete sie sich intensiv dem Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde Chemnitz und der Integration jüdischer Zuwanderer, insbesondere durch den von ihr mitbegründeten Jüdischen Frauenverein.

Renate hat den Förderkreis Alter Leipziger Bahnhof mit uns gemeinsam gegründet und engagiert sich seitdem durch unermüdliches Engagement für die Etablierung einer Gedenk- und Begegnungsstätte. hre Verfolgungserfahrungen kann sie jüngeren und älteren Generationen sehr authentisch vermitteln – und Wissen über Ausgrenzungsstrategien und Abwertungsideologien sowie Empathie für die Betroffenen werden aktuell immer dringender benötigt. Wir danken Renate Aris sehr herzlich für ihr unermüdliches Engagement.

Renate Aris wurde 1935 in Dresden geboren. Gemeinsam mit ihren Eltern und ihrem Bruder erfuhr sie während des Nationalsozialismus antisemitische Entrechtung und Verfolgung. Am 16. Februar 1945 sollte die Familie in ein Konzentrationslager deportiert werden. Die alliierten Luftangriffe auf Dresden vom 13./14. Februar retteten der Familie das Leben. 20 Familienangehörige wurden in der Schoa ermordet. Renate Aris und ihr Bruder Heinz-Joachim engagierten sich in der ehemaligen DDR für die jüdische Gemeinschaft. Renate Aris war außerdem von 1988 bis 2003 stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Chemnitz, Mitbegründerin des Jüdischen Frauenvereins und Präsidiumsmitglied des Landesverbands Sachsen der Jüdischen Gemeinden.

André Lang erhält die Ehrenmünze der Landeshauptstadt Dresden

Auch unser Sprecher André Lang wurde geehrt. Er wurde am 21. März 2026 durch Oberbürgermeister Dirk Hilbert als einer von zehn ehrenamtlich Engagierten für „seinen vorbildlichen Einsatz für Demokratie und jüdisches Leben sowie für sein unermüdliches Engagement für den Erhalt des Gedenkortes Alter Leipziger Bahnhof Dresden“ mit der Ehrenmünze der Landeshauptstadt Dresden ausgezeichnet. Die Ehrenmünze ist nach der Ehrenbürgerschaft und der Ehrenmedaille die dritthöchste Auszeichnung der Landeshauptstadt Dresden.

Die Laudatorin Maria Noth, Geschäftsführerin der Stiftung Frauenkirche, würdigte, dass André Lang geholfen habe, „einen vergessenen Ort sichtbar zu machen und ins Bewusstsein unserer Stadt zu holen“. Der Alte Leipziger Bahnhof „ist schon heute zum Gedenkort geworden“. Gerade aufgrund seiner familiären Erfahrung von nationalsozialistischer Verfolgung und Exil in Großbritannien sei sein vielfältiges Engagement u. a. gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus in den Bündnissen Herz statt Hetze und Dresden-Nazifrei, im Förderkreis/Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e. V. sowie in der Jüdischen Gemeinde zu Dresden, im Beirat der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden sowie im Beirat von TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen nicht selbstverständlich.

Der Förderkreis dankt André Lang dafür, dass er mit unerschöpflicher Energie und stets solidarisch als Ideengeber, Gestalter und Multiplikator für den Alten Leipziger Bahnhof ein- und auftritt und so die Entwicklung und Etablierung des Gedenkortes trotz vielzähliger Hürden stetig vorantreibt.

André Lang nahm die Auszeichnung, wie er sagte, stellvertretend für Dresden-Nazifrei, Herz statt Hetze und den Förderkreis ALB entgegen. Im anschließenden Eintrag in das Buch der Stadt wiederholte André Lang seinen Wunsch, dass die Gedenkstätte im sanierten Alten Leipziger Bahnhof eröffnet werden möge.

Via: sLAG aus NS