„Wir leben!“ – Porträts von Überlebenden des Holocaust

Mit „Wir leben!“ zeigt der Gedenkort Alter Leipziger Bahnhof e. V. Porträts von Holocaust-Überlebenden, die aus Begegnungen der Künstlerin Helene Isolde Roßner in Israel hervorgegangen sind. Die Ausstellung fragt nach Erinnerung, Würde und Weiterleben – und danach, welche Bedeutung persönliche Begegnungen für eine lebendige Erinnerungskultur haben. Zur Vernissage am 25. Juni 2026 um 18 Uhr spricht die Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin Renate Aris.

Ausgangspunkt der Werkreihe waren zwei Aufenthalte Roßners in Israel, an denen sie im Rahmen von Arbeits- und Hilfsprojekten der Sächsischen Israelfreunde teilnahm. Dort begegnete sie Menschen, die die nationalsozialistische Verfolgung und Vernichtung überlebt hatten. Ihre Porträts halten diese Begegnungen künstlerisch fest: nicht als historische Illustration, sondern als Annäherung an einzelne Lebensgeschichten, an Verletzlichkeit, Würde und Gegenwart.

Der Titel „Wir leben!“ verweist dabei auf mehr als das Überleben. Er macht sichtbar, dass die Geschichten der Überlebenden nicht mit der Erfahrung von Verfolgung enden. Die Ausstellung fragt nach Erinnerung, nach Verantwortung und nach der Bedeutung persönlicher Begegnung in einer Zeit, in der nur noch wenige Zeitzeug*innen selbst berichten können.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 25. Juni 2026, um 18 Uhr eröffnet. Zur Vernissage spricht Renate Aris, Holocaust-Überlebende und Zeitzeugin aus Dresden. Die Eröffnung wird musikalisch begleitet.

Helene Isolde Roßner wurde 1946 in Lichtenstein/Sachsen geboren. Sie studierte von 1966 bis 1970 angewandte Kunst in Berlin und ist seit den 1970er Jahren freischaffend als Künstlerin und Grafikerin tätig. Zu ihrem Werk gehören unter anderem Buchgestaltungen, Aquarelle, Zeichnungen sowie Glas- und Metallarbeiten für sakrale und öffentliche Räume. Seit vielen Jahren gibt sie außerdem Kurse im Bereich Aquarellmalerei.

Die Ausstellung ist vom 26. Juni bis 11. August 2026 zu sehen. Ein Besuch ist zu allen öffentlichen Veranstaltungen sowie mittwochs von 14 bis 18 Uhr möglich. Weitere betreute Öffnungszeiten werden demnächst bekannt gegeben.

Förderhinweis:

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und ist Teil von Tacheles – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen.