Babi Brüller

Babi Brüller wurde 1992 in München geboren. Sie ist freischaffende Künstlerin und Musikerin sowie Meisterin der Holzbildhauerei. Sie studierte Kunst an der AdBK München bei Prof. Albert Hien und Prof. Sebastian Tröger. In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sie sich seit Jahren mit dem jüdischen Erbe ihrer Familie. In alle Arbeiten fließen autobiografische Erfahrungen ebenso mit ein wie eine Auseinandersetzung mit der aktuellen Gesellschaftsstruktur, dem Handlungsspielraum des Individuums und seiner Beschränkung durch autoritär handelnde Kollektive jeglicher Couleur und sozialer Gruppen.

In ihrem malerischen Schaffen entstehen großformatige Werken mit surrealen Räumen, die Gruppen aus sich ähnelnden, androgynen Individuen zeigen (z. B. Chorsänger*innen, Schulkinder, Soldat*innen), denen die unheimlichen Dynamiken dieser Gruppierungen inhärent sind. Für die Gesichter porträtiert sie vornehmlich sich selbst oder Zeitgenoss*innen. Die Figuren sind totalitären Machtverhältnissen ausgesetzt und bewusst gegenständlich dargestellt, da die Grauen von Krieg, Krise und Unterdrückung nach Ansicht der Künstlerin nicht abstrakt zu bewältigen sind.

Babi Brüller: Der tote Chor, 160 x 210 cm, Mischtechnik auf Leinwand, 2017. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin. Alle Rechte vorbehalten.