Die Ausstellung „Jüdische Realitäten“ zeigt Werke von fünf jüdischen Künstler:innen aus Deutschland, Großbritannien und Israel, die in verschiedenen Medien arbeiten: Fotografie, Malerei, Zeichnung, Objektkunst und Text. Der Titel verweist einerseits darauf, dass jüdisches Leben, jüdische Gegenwart und jüdische Kultur stets in ihrer Pluralität gedacht werden müssen. Andererseits bezieht er sich darauf, dass sich jüdische Realitäten mit dem Massaker der Hamas im Süden Israels am 7. Oktober 2023 weltweit einschneidend verändert haben. Einige der gezeigten Arbeiten entstanden als direkte Reaktion auf den Terrorangriff. Andere setzen sich mit dem Erbe jüdischer Familiengeschichten auseinander oder zeigen jüdische Realitäten in Europa lange vor dem 7. Oktober.

Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Förderkreis Alter Leipziger Bahnhof und dem Berliner Verein werkraum bild und sinn. Sie geht zurück auf das von den beiden Kuratorinnen Alexandra Klei und Annika Wienert 2025 herausgegebenes Jahrbuch „Jüdische Realitäten nach dem 7. Oktober 2023“. In einer Zeit, in der in der Wissenschaft, der Kunstwelt, der Kultur und im öffentlichen Diskurs jüdische Stimmen angegriffen, zum Schweigen gebracht und ausgeschlossen werden, wollten die Herausgeberinnen genau diesen Stimmen einen offenen Raum geben. Die Ausstellung stellt eine Weiterentwicklung der Publikation dar und überführt die Werke in den konkreten Raum einer Ausstellung.

Die gezeigten Kunstwerke suchen Resonanzen mit dem Ausstellungsort, der als Teil des Ensembles Alter Leipziger Bahnhof zum ehemaligen Güterbahnhof Dresden-Neustadt gehört, der zwischen 1941 und 1945 als Ort der Deportation von Jüdinnen und Juden in Konzentrations- und Vernichtungslager diente. Im Sinne des 2025 veröffentlichten Konzeptes für die künftige Gedenk- und Begegnungsstätte macht das Projekt jüdische Gegenwart sichtbar und ermöglicht es, heutige Erfahrungen und Perspektiven von Jüdinnen und Juden im erinnerungskulturellen Diskurs zu verorten.

Die Künstler*innen

Programm

Vernissage | 16. August 2026 | 18 Uhr

Feierliche Ausstellungseröffnung mit den anwesenden Künstler*innen und einer Einführung. Die Ausstelleung kann bereits ab 16 Uhr besichtigt werden. Im Anschluss Musik im Garten von Susan Glass (DJ, Leipzig).

Bitte melden Sie sich zur Teilnahme auf dieser Seite bis zum 15. August 2026 an.

Weitere Informationen

Artist Talk mit Li Shir | 18. August 2026 | 19 Uhr

Li Shir diskutiert mit der Kuratorin Annika Wienert über den Einfluss der eigenen Familiengeschichte auf ihre Arbeit und Möglichkeiten der künstlerischen Verarbeitung von Traumata und Schmerz in der Vergangenheit und Gegenwart. Das Gespräch findet in englischer Sprache statt. Eine Aufzeichnung ist geplant.

Bitte melden Sie sich zur Teilnahme auf dieser Seite bis zum 15. August 2026 an.

Mehr Informationen folgen.

Ausstellungsgespräch | 21.–23. August 2026 | täglich 16 Uhr

Im Rahmen des Sommerfestes der Blauen Fabrik bieten die Ausstellungsmacher*innen von Freitag bis Sonntag um 16 Uhr eine Führung durch die Ausstellung mit anschließender Diskussion an.

Lesung/Konzert „In the Talmood“ von und mit Alexander Estis & Tatjana Davis | 30. August 2026 | 18 Uhr

Ein Abend zwischen Wort und Ton, Prosa und Lyrik, Ernst und Satire, Tradition und Experiment: Tatjana Davis bespielt virtuos die Klarinette in einem Spektrum von Klassik bis Klezmer, angereichert durch Loop-Variationen, Improvisationen und eigene Kompositionen, während Alexander Estis aus seinen sprachakrobatischen Satiren (u.a. aus dem Buch »Am Anfang war Schmonzes«) und Gedichten liest.

Eintritt 6 EUR / 3 EUR ermäßigt
Bitte melden Sie sich zur Teilnahme auf dieser Seite bis zum 28. August 2026 an.

Weitere Informationen

Theaterstück „Hey Jude, (don’t) be afraid)“ | 6. September 2026 | 18 Uhr

Von und mit Konstantin Frank und Aviran Edri, Regie: Benno Plassmann. Eine Produktion des Instituts für Neue Soziale Plastik. Zugleich Finissage der Ausstellung.

Zwei Juden begegnen der aktuellen Welle von Antisemitismus in Europa auf ihre sehr jüdische Weise: Sie erzählen Geschichten. Ein Israeli und ein Russe treten auf und natürlich ist es völlig unmöglich, dass sie über irgendetwas einer Meinung sind. Dieses neu entwickelte Stück voller schwarzem Humor, satirischer Sketche, Musik und sehr persönlichen Monologen hinterfragt Identitäten, lässt Ängsten Raum und beschäftigt sich mit Zugehörigkeiten. Mal wird das Publikum fast Teil einer Familiendiskussion beim Abendessen, die zu einer Gruppentherapie mutiert oder zu einem Sing-along wird.

Eintritt: 10 EUR / 5 EUR ermäßigt

Bitte melden Sie sich zur Teilnahme auf dieser Seite bis zum 15. August 2026 an.

Weitere Informationen

Öffnungszeiten

Dienstag, Donnerstag und Sonntag zwischen 15 Uhr und 19 Uhr
Zusätzliche Öffnung im Rahmen des Sommerfests der Blauen Fabrik: 21. und 22. August 2026 jeweils 15 bis 19 Uhr.
Weitere Führungen auf Anfrage unter jr[at]alter-leipziger-bahnhof.net

Bitte melden Sie sich für alle offiziellen Veranstaltungen zur Ausstellung verbindlich an unter https://alter-leipziger-bahnhof.net/anmeldung-juedische-realitaeten/

Credits

Kuratorinnen: Alexandra Klei, Annika Wienert
Projektleitung: Steffen Heidrich

Wir danken allen Spender*innen und finanziellen Förderern, insbesondere der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse und der LH Dresden.

Gefördert durch:

Diese Maßnahme wird mitfinanziert aus durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.